Tempelsäule

© Kim Hübner
Aufnahmeort und Aufnahmejahr

Capo Colonna bei Crotone, Ostküste von Kalabrien, Italien, 1986
Bilderläuterung / Image description
Auf meinen ersten Reisen nach Sizilien fand ich die Zugfahrt frühmorgens entlang der kalabrischen Küste immer sehr spannend. Außerdem übte Kalabrien einen ähnlichen Reiz auf mich aus wie Sizilien: eine gewisse Ursprünglichkeit, wenig Tourismus und die geheimnisvolle Präsenz der Camorra. Daher überrascht es wohl kaum, dass Kalabrien nach Sizilien mein zweites Reiseziel in Italien wurde. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, und auch diese Reise hielt einige kuriose Erlebnisse bereit. So wurde mein Reisebegleiter Rainer kurzzeitig festgenommen, weil er in einem Bahnhof fotografiert hatte, und in den Bergen erlaubte uns ein Polizist sogar, auf einer Verkehrsinsel mitten im Dorf zu zelten.
Schon der Beginn der Reise gestaltete sich aufregend: Das Sila-Gebirge erreichten wir viel schneller als erwartet. Bedauerlicherweise versäumten wir es dadurch jedoch, Proviant für unsere Wanderung einzukaufen und die Sila entpuppte sich zudem als deutlich dünner besiedelt als aus den Karten ersichtlich. Das wiederrum bedeutet, dass wir drei Tage lang auf Tütensuppen angewiesen waren.
Erste Station nach der Durchquerung der Sila war Crotone. Etwa zwölf Kilometer südöstlich, am Capo Colonna, befindet sich die einzige erhaltene Säule des griechischen Tempels der Hera Lacinia aus der Zeit der griechischen Kolonisation (8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.). Obwohl nur noch eine Säule steht, ist dieser Ort aufgrund seiner malerischen Lage direkt am Meer einen Besuch wert. Wir trafen kurz vor Sonnenuntergang ein, und ich konnte gerade noch die letzten Sonnenstrahlen, die die Säule erfassten, mit meiner Kamera einfangen.
Temple column
Capo Colonna near Crotone, east coast of Calabria, Italy, 1986
On my first trips to Sicily, I always found the early morning train journey along the Calabrian coast very exciting. Calabria also had a similar appeal to me as Sicily: a certain originality, little tourism and the mysterious presence of the Camorra. It is therefore hardly surprising that Calabria became my second destination in Italy after Sicily. My expectations were not disappointed, and this trip also had some curious experiences in store. For example, my travelling companion Rainer was briefly arrested for taking photographs in a train station, and in the mountains a policeman even allowed us to camp on a traffic island in the middle of the village.
Even the start of the journey was exciting: we reached the Sila Mountains much quicker than expected. Unfortunately, this meant we missed out on buying provisions for our hike and the Sila turned out to be much less populated than the maps showed. This in turn meant that we had to rely on packet soups for three days.
The first stop after crossing the Sila was Crotone. Around twelve kilometres to the south-east, at Capo Colonna, is the only surviving column of the Greek temple of Hera Lacinia from the time of Greek colonisation (8th to 6th century BC). Although only one column still stands, this place is well worth a visit due to its picturesque location right by the sea. We arrived shortly before sunset and I was just able to capture the last rays of sunlight that hit the column with my camera.












































































































